Der Fund im Nebel
Das Telefon riss ihn aus einem Schlaf, der ohnehin nur ein flaches Dahintreiben gewesen war. Anton Weiss lag noch einen Moment reglos da, lauschte dem schrillen Klingeln, das durch die kahlen Wände seines Hauses hallte, als wollte es die Stille dafür bestrafen, dass sie sich überhaupt hatte einnisten dürfen. Drei Uhr nachts gab es selten Gutes. Kurz vor Mitternacht erst recht nicht.
Er tastete nach dem Hörer, ohne das Licht anzuschalten. Die Dunkelheit kannte er besser als jeden Menschen in dieser Stadt.
„Weiss.“
„Herr Kommissar—" Die Stimme des diensthabenden Beamten zitterte, brach ab, setzte neu an. Junge Polizisten wie dieser hatten selten gelernt, mit dem Tod am Telefon umzugehen. „Es geht um die Bürgermeisterin. Frau Vogt. Man hat sie... im Garten gefunden. Sie ist tot.“
Weiss setzte sich auf. Das schmale Bett knarrte unter der Bewegung, ein vertrautes Geräusch in einem Haus, das ihm noch immer fremd vorkam, obwohl er seit über einem Jahr hier wohnte. „Wer hat sie gefunden?“
„Der Gärtner. Er wollte früh mit der Arbeit anfangen, wegen dem Frost, der kommen soll. Da lag sie schon.“
„Ist der Amtsarzt informiert?“
„Ja, er ist bereits unterwegs. Aber... die Kollegen vor…
