Die Stille zwischen den Worten
Der Duft von gebratenem Knoblauch und Thymian zog durch die Küche, als ich den Topf vom Herd nahm und den Deckel einen Spalt öffnete, damit der Dampf entweichen konnte. Draußen war es bereits dunkel, obwohl es erst kurz nach sieben war – dieser Übergang zum Herbst, der die Tage heimlich stiehlt, ohne dass man es richtig bemerkt. Ich hatte den Tisch gedeckt, zwei Kerzen angezündet, obwohl wir keinen besonderen Anlass hatten. Vielleicht war genau das der Grund gewesen. Ich wollte einen Abend schaffen, der sich nach etwas anfühlte, nach Nähe, nach uns beiden, bevor der Alltag wieder alles in Beschlag nahm.
Henry saß bereits am Tisch, sein Handy vor sich, den Bildschirm nach oben gerichtet wie ein kleines Fenster, durch das er immer wieder hindurchschaute. Ich stellte die Schüssel mit der Pasta zwischen uns, setzte mich ihm gegenüber und wartete darauf, dass er aufblickte. Er tat es, aber nur kurz, ein Lächeln, das nicht ganz bei mir ankam, bevor sein Blick wieder zum Display zurückwanderte.
„Riecht gut", sagte er, während er sich eine Gabel voll nahm, kaute, schluckte, und dabei mit dem Daumen über den Bildschirm wischte.
„Danke." Ich beobachtete ihn. Es war nichts Dramatisches,…
